Kompositionen für Blasorchester / Sinfonische Blasmusik / Bläsermusik von Regina Pitscheneder

Dankeschön (Humoristische Konzertpolka)

Kasperls Abenteuer (Programmatische Skizze)

Hampelmann

Intrada Classica

Der Stainzer Flascherlzug (Konzertmarsch)

Das Kind

„Fröhliche Messe“ für Bläser und Gemischten Chor

Saxy Raggae (Ragtime für Saxophonquartett)

 

(Einige dieser Kompositionen werden beim Wunschkonzert der Marktmusikkapelle Unterpremstätten-Zettling zusammen mit Werken von Walter Vaterl und Rudolf Bodingbauer zu hören sein: am 27. 11. 2004. Interessierte Besucher sind herzlich willkommen!)

 

Sehr geehrter Herr Kapellmeister!

Sehr geehrte Damen und Herren Funktionäre, liebe Musikerinnen und Musiker!

 

Nachstehend möchte ich als Komponistin einige Überlegungen und Erläterungen zu meinen Werken darlegen.

 

Da wir KomponistInnen ja meistens für Menschen (und nicht zum Selbstzweck) schreiben, soll das zuhörende Publikum, sondern auch jede/r einzelne MusikerIn davon haben, sei es nun Spaß oder auch ein bißchen Mühe. Mir liegen die MusikantInnen genauso am Herz wie das Publikum Bei meinen Kompositionen versuche ich immer darauf zu achten, daß deren Interpretation sowohl für die ausführenden MusikerInnen interessant ist als auch beim Zuhörer emotional etwas bewirkt; und sei´s auch nur, daß der Zuhörer / die Zuhörerin im Publikum sich nachher frischer oder fröhlicher fühlt, einfach die persönlichen Sorgen ein bißchen vergißt.

 

„Dankeschön!“

Humoristische Konzertpolka

(Verlag: Tatzer)

 

Diese Konzertpolka ist sehr österreichisch, sehr wienerisch gehalten mit viel Abwechslung, Schwung und überraschenden Wendungen, sehr verspielt und humorvoll, mit bewußten Anklängen an Johann Strauß. Technisch ist sie sicher nicht allzu schwierig (wenn, dann durch das sehr schnelle Tempo), stellt aber ans Orchester gewisse musikantische Anforderungen durch abwechslungsreiche Harmonien, Tempi und Dynamik und ist daher idealerweise mit viel „Herz“ zu interpretieren.

Sie ist sicher keine „08/15-Polka“ im herkömmlichen Sinn, obwohl sie sehr schwungvoll ist und die Melodien sehr ins Ohr gehen. (Gute Mittel- bis Oberstufe)

 

Musik soll durchaus überraschen, in dem Sinne, daß beim Hören etwas anders kommt als man erwartet hätte, und zwar möglichst etwas noch Besseres als erwartet. Manche Polka- und Walzerkompositionen sind nicht nach meinem Geschmack, wenn man nach den ersten vier Takten schon weiß, wie sich der Rest des Werks weiterentwickelt.

 

„Kasperls Abenteuer“

(Verlag: Tatzer)

 

Beim „Kasperl“ (Oberstufe) wiederum war es mein Anliegen, ein Stück zu schreiben, das auch für die oft zahlreich bei Fest- und Wunschkonzerten anwesenden Kinder interessant oder sogar faszinierend ist, aber trotzdem auch für die Eltern und ausführenden Musiker anspruchsvoll ist. Außerdem ist es mir wichtig, daß auch die Musiker beim Einstudieren ihren Spaß haben. Denn nur wenn die Musiker von einer Komposition begeistert sind, kann der berühmte Funke auf das Publikum überspringen und es mitreißen.

  

Wenn sich jemand die Mühe einer sorgfältigen Werkanalyse macht, wird er eine Vielzahl an komplexen kompositorischen Details zutage fördern, die zeigen, daß der „Kasperl“ alles andere als ein simples Kinderstück ist!

 

Auf die Kinder wird in den Konzerten meist keine Rücksicht genommen, dabei stellen sie doch oft einen nicht unbeträchtlichen Teil des Publikums dar. Doch Kinder sind unsere Zukunft, auch gerade für unsere Blasmusik! Was liegt daher näher, als ihr Interesse bei sich bietender Gelegenheit mit geeigneten Mitteln zu wecken? Dieser pädagogische Aspekt neben dem Unterhaltungsanspruch war für mich der Grund, den „Kasperl“ zu schreiben.

Dieses Stück ist mein persönliches Lieblingsstück und wurde auch als Oberstufen-Pflichtstück für das Konzertwertungsspiel vom Österreichischen Blasmusikverband vorgeschlagen, jedoch bei der Abstimmung mehrheitlich als „zu modern und unkonventionell“ abgelehnt, obwohl es angeblich von einigen Militärkapellmeistern vehement befürwortet worden war. Meines Erachtens ist dieses Stück von der Harmonik her aber absolut nicht unkonventionell.

 

Ganz entzückend fand ich die Idee, daß die Eisenbahnermusik Wels, OÖ, bei ihrer großartigen Aufführung des „Kasperl“ eine große Puppenbühne aufgebaut hatte und das Kasperltheater zum Jubel der Kinder die Abenteuer des Kasperls entsprechend der Musik mitspielte. (Die Idee stammte von Herrn Kapellmeister Homar.)

 

Mir würde auch vorschweben, daß sich die Blasmusik mehr multimedial und kunstübergreifend präsentiert, um zeitgemäßer zu werden, sich gewachsenen Publikumsansprüchen anzupassen (ohne sich anzubiedern!) und eingefahrene Strukturen aufzubrechen. Einzelne Ansätze dazu gibt es ja mittlerweile (mit Chor, Solisten oder Videozuspielungen).

 

Der „Kasperl“ wäre z. B. hervorragend geeignet, einem/einer guten Pantomime-KünstlerIn Gelegenheit zu einem künstlerischen Auftritt zu geben, wodurch auch das Stück sowie die Blasmusik an sich aufgewertet und neue (jüngere) Publikumsschichten gewonnen werden könnten.

Diese pantomimische Gestaltung  des „Kasperl“ könnte mit zusätzlichen Video- oder Lichteffekten erweitert werden.

 

„Hampelmann“

(Verlag: Koch)

 

Ein weiteres Werk für Kinder ist „Der Hampelmann“ (Unterstufe). Dieses entstand, als meine Schwester, eine Musiklehrerin, mich um ein Stück für ihr Nachwuchsorchester bat. Es sollte locker und nicht zu langsam gespielt werden. Es ist interessant und entzückend, wenn man sich von den Kindern (sowohl aus dem Publikum als auch von den JungmusikerInnen) nach dem Hören dieses Stücks erzählen läßt, was der Hampelmann alles macht und was sie sich während des Hörens vorgestellt hatten! Zu diesem Stück habe ich auf jede Erläuterung verzichtet, die Fantasie der Kinder erübrigt und überflügelt jede Erläuterung dazu. So wird Musik lebendig; es geht nicht nur darum, in erster Linie halbwegs richtige Töne zu produzieren. Mit diesem Stück wurde ich Preisträgerin im Kompositionswettbewerb des Österr. Blasmusikverbandes. Es war insofern in Blasmusikkreisen aufsehenerregend, als ich die einzige weibliche Teilnehmerin unter all den anonymen Einreichungen war... Vom leider bereits verstorbenen Prof. Dr. Eugen Brixel weiß ich, dass es auch um „Kasperl´s Abenteuer“ später in Fachkreisen eine massive  Diskussion gegeben haben soll, nachdem es von einigen Militärkapellmeistern als Pflichtstück für die ÖBV-Wertungsspiele vorgeschlagen worden war, von der Mehrheit der alteingesessenen Blasmusikspezialisten und Komponisten jedoch als „zu progressiv“ (!) abgelehnt worden war. Möge sich jeder selbst ein Urteil bilden... Ob damals nicht auch die Furcht vor dem in eine männliche Domäne eindringenden weiblichen Geschlecht eine klitzekleine Rolle gespielt haben könnte?   

 

„Intrada classica“

(Verlag: Tatzer)

 

Diese nicht schwierige Intrade (Mittelstufe) ist ein vielseitig einsetzbares festliches Stück, bei dem es mir darum ging, festliche, aber nicht langweilige Stimmung zu vermitteln. Melodie- und Harmonie-Hörgewohnheiten aus der Klassik sollten nicht enttäuscht werden, und die ZuhörerInnen sollten durch ein einschmeichelndes Thema und majestätischen Rhythmus zu Beginn eines Konzerts psychologisch in eine entspannte, positiv gestimmte Erwartungshaltung für das nachfolgende Konzert versetzt werden. Die Tempi würde ich nicht zu langsam wählen. Wichtig sind eine sehr gefühlvolle expressive Interpretation und gute Atemtechnik, weil die Wirkung der längeren Melodiephrasen sonst zerstört würde.

 

„Der Stainzer Flascherlzug“

(Verlag: Tatzer)

 

Der Flascherlzug ist wegen seiner Betonung auf dem „weichen“ weitmensurierten Blech“ (Flügelhörner, Tenöre, Tuben) ein sehr „österreichischer“ melodischer Konzertmarsch. Er geht zurück auf eine Legende der Weststeiermark, bei dem es um einen kräuterkundigen Wunderheiler geht, den sogenannten „Höller-Hansl“ aus Stainz, der auf einem Bergbauernhof lebte und die Fähigkeit hatte, aus einem mit Urin gefüllten Fläschchen die Krankheiten des „Saftspenders“ herauslesen zu können. Die einfachen Leute aus der Umgebung, die sich keinen Arzt leisten konnten, reisten mit dem Zug zu ihm, wobei sie die letzte Strecke als stundenlangen Fußweg auf den Berg absolvieren mußten. Weil jeder Hilfesuchende ein Fläschchen mit seinem mitgebrachten Urin mit sich führte, wurde diese Eisenbahn bald nur noch „Flascherlzug“ genannt. Vom Höllerhansl wird berichtet, daß er einmal einem Bauern mit einer besonders großen Flasche Urin bei der Betrachtung des Inhalts erklärte, daß die Bäurin Gallensteine habe und er, der Bauer, das Reißen (die Gicht), weiters, daß seine Tochter guter Hoffnung sei, die Magd die Krätze habe, der Knecht zuviel Alkohol trinke und die Katze Junge kriege. Heute noch verkehrt der Flascherlzug als Schmalspurbahn mit seiner uralten Dampflok und den kleinen bunten Waggons als Touristenattraktion. 

 

Mit der Komposition „Der Stainzer Flascherlzug“ (Konzertmarsch; gute Mittelstufe) wollte ich einfach das Fahren eines Zuges, das anfangs schwerfällige Anfahren dieser wunderbaren alten Dampflok, die langsam in Schwung kommt und dann durch die liebliche weststeirische Hügellandschaft gleitet, akustisch durch entsprechende Rhythmen und Melodien bzw. deren Verarbeitung veranschaulichen. Mir persönlich liegt auch viel am Erhalt der typisch österreichischen Klangfarbe durch das weitmensurierte Blech und das weiche Holzregister, um sich vom internationalen angloamerikanisch-niederländischen Einheitsbrei abzusetzen.

 

„Das Kind“

Programmatische Skizze

 

Für diese programmatischen Komposition wurde ich 1981 als 22-Jährige vom Österreichischen Bundesministerium mit dem Großen Österreichischen Jugendpreis sowie einem zusätzlichen Sonderpreis ausgezeichnet. Mit dieser Komposition schilderte ich anläßlich der damaligen Diskussion um die gesetzliche Freigabe der Abtreibung die Entwicklung eines Kindes von der Zeugung bis zur emotional dramatischen Abtreibung.

(Neueste Erkenntnisse der Pränatalpsychologie bestätigen mittlerweile meine musikalisch dargestellten Annahmen.) Dieses Stück ist jedoch nie im Druck erschienen; Kompositionen, die gesellschaftskritisch zu sein versuchen, waren (und sind) im Blasmusikbereich sowohl nicht üblich als auch nicht gefragt. Daher ist dieses Werk auch nicht im Druck erschienen.

Mit diesem Werk hatte ich in meinem jugendlichen Eifer versucht, eine sozialkritische Stellungnahme abzugeben in dem Bewußtsein, daß Kunst immer auch eine wichtige Ausdrucksweise für gesellschaftskritische Hinterfragung war und ist. In meiner jugendlich visionären Naivität dachte ich, daß auch Blasmusik nicht immer nur das Spielen von mehr oder wenigen richtigen Tönen sein müßte, sondern gegebenenfalls auch eine Form künstlerischen Ausdrucks mit allen Reibungsflächen darstellen könnte und mitunter durchaus zur (nicht nur musikalischen) Diskussion anregen sollte. Ich mußte zur Kenntnis nehmen, daß die Blasmusik - im Gegensatz zur „Hohen Kunst“ des Theaters, der Literatur und „Ernsten Musik“- als Möglichkeit einer künstlerischen Form und Funktion der gesellschaftspolitischen Ausdrucksweise eher noch weit entfernt zu sein scheint. Naja, vielleicht war ich sozusagen meiner Zeit etwas voraus...

 

Ich finde es persönlich schade, daß sich manche Kapellmeister beim Einstudieren eines Werkes mehr oder weniger lediglich auf die phonetisch richtige Wiedergabe konzentrieren und den künstlerischen Gehalt mancher Komposition außer Acht lassen bzw. diesen den MusikerInnen nicht nahezubringen versuchen, obwohl dies meines Erachtens eine Voraussetzung für eine schlüssige Interpretation wäre. Nebenbei würde dadurch das Vergnügen der MusikerInnen bei der Interpretation eines Werkes steigen, sowie der musikalische Funke aufs Publikum leichter überspringen. Nicht wenigen Blasmusikkomponisten wird dadurch etwas Unrecht getan. Was in der „hohen Kunst“ bzw. klassischen Musik selbstverständlich recht ist, sollte auch für die Blasmusik allmählich billig werden, wenn auch mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Denn je bescheidener die Ziele sind, umso bescheidener fallen gezwungenermaßen die Ergebnisse aus.

 

„Fröhliche Messe“ für Gemischten Chor und Bläser

nach Texten von Martin Gutl, Regina Pitscheneder und Psalmen

(Verlag: Tatzer)

 

Diese Messe wurde nach dem Grundsatz „Christen erkennt man an ihrem lachenden Gesicht“ auf optimistischen Texten aufbauend komponiert. Der expressive „Vater Unser“-Text von Martin Gutl als Kyrie, ein besonders lyrisches und ergreifendes Zwischenspiel (in dem die Holzbläser brillieren können) als Meditation, sehr innige, aber auch rhythmisch prägnante und kraftvolle Melodien bis zum mit Pauken und Trompeten strahlenden Schlussgesang dienen in dieser Komposition dazu, der Kraft und dem Optimismus des christlichen Glaubens Ausdruck zu verleihen. Geeignet für gute Mittelstufenbläser und durchschnittliche, aber ambitionierte Laienchöre.   

 

„Saxy Raggae“

für Saxophonquartett

(Verlag: Tatzer)

 

Für Saxophonquartett (ursprüngliche Fassung für Quintett) habe ich den „Saxy Reggae“ geschrieben, einen flotten Raggae mit Charme und Witz, der seine Wirkung beim Publikum nie verfehlt und auch den MusikerInnen Spaß macht.

 

 

Als Hobbykomponistin schreibe ich nur gelegentlich, wie es meine Zeit erlaubt oder wenn ich von jemandem darum gebeten werde, von Kirchen- und Chormusik über Volks- und Weihnachtslieder, Schlagermusik und kommerzielle Unterhaltungsmusik bis zur symphonischen Blasmusik. Ich texte auch meine Lieder selbst.

Derzeit spiele ich Horn, obwohl meine „ richtig erlernten“ Instrumente Trompete und Klavier sind. Mein Hobby ist es, seit über 30 Jahren als Mitglied der Jugendkapelle Mooskirchen (www.jugendkapelle.org), südwestlich von Graz, zu musizieren. Auch unsere 5 Kinder musizieren, teilweise hauptberuflich, ebenso mein Mann, der im Hauptberuf Musikschulleiter ist.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren MusikerInnen viel Freude und Erfolg beim Musizieren und bei allen Konzertauftritten!

 

Mit herzlichen Grüßen,

Regina Pitscheneder

 

Regina Pitscheneder, Kurzbiografie:

 

Geb. am 15. 1. 1959 und aufgewachsen in Saalfelden im Pinzgau, Salzburg.

Musikausbildung zuerst in Saalfelden / Salzburg (Hauptinstrument Klavier beim Vater meiner Freundin, dem Komponisten Gottfried Plohovich, der zufällig im selben Haus wohnte).

Nach der Übersiedlung in die Weststeiermark danach Ausbildung am Johann-Josef-Fux-Konservatorium Graz (Klavier und Trompete). Mit 21 Jahren erste geprüfte weibliche Kapellmeisterin in Österreich. Danach einige Semester an der Musikuniversität Graz (Komposition und Chorleitung) bzw. Medizin an der Universität Graz. Langjährige Chorleiterin des Singkreises Lannach.

 

Musikalische Werke:

Symphonische Blasmusik, Volksmusik, sakrale Musik, Bläser-Kammermusik, Chorwerke, Lieder

 

Musikalische Auszeichnungen:

1981: Großer Österreichischer Jugendpreis für ein programmatisches Orchesterwerk,

          geschrieben als Protest gegen die Freigabe der Abtreibung

1994:  Siegerin im Kompositionswettbeweb des Österreichischen Blasmusikverbandes

 Beruf: Dipl. Bachblütenberaterin und Energetikerin mit selbständiger Praxis in Lannach bei Graz.

Tätigkeiten auch als Musiklehrerin und staatlich geprüfte Ärzteberaterin. Naturheilkundeausbildung, Reinkarnationstherapeutin (Rückführung in frühere Leben), Hypnoseausbildung, Psychologiestudium.

 

Hobbies:

Sport, Berge, Menschen, Musik, humorvolle Gedichte schreiben, alles Ungewöhnliche und Interessante


Mag. rer. nat. Regina Pitscheneder
Diplompsychologin


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